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Es ist Samstag Abend und der Regen prasselt leise gegen mein Fenster in meinem kleinen ach so kargen Heim.Ich liebe den Regen,und so stehe ich auf,gehe zum Fenster und öffne es, damit der leicht saure Geruch und die kühle Brise meine Wohnung erfüllt.
Langsam fast schon andächtig lasse ich mich auf meine Knie nieder,lege die Arme auf die Fensterbank und stütze meinen Kopf auf sie.
Wenn es regnet scheint alles so friedlich-es ist kaum ein Mensch unterwegs-alle flüchten vor dem bischen Wasser was sich aus den schweren grauen Wolken ergießt.
Aber genau dieses Wetter treibt mich immer dazu ,mir über meine Vergangenheit meine Gegenwart und meine Zukunft Gedanken zu machen.
Ich sitze hier mit fast 31 und habe noch nicht wirklich etwas in meinem Leben erreicht.
Nüchtern betrachtet wäre ich eher ein "Klotz am Bein" der Gesellschaft.
Krank-auf dem Arbeitsmarkt nicht wirklich einzusetzen,sozial ebenfall recht verkümmert,lebe allein und habe doch soviele Träume und Wünsche.
Es gibt viele Menschen die die Meinung vertreten:
"Jeder ist seines Glückes Schmied!"-richtig!Aber man kann eine weitere Person nicht dazu zwingen dieses Glück "mit zu teilen" damit man sein Glück hat.
Aus diesem Grund ist dieser Satz nicht wirklich mein Lebensmotto!
Ich lebe eher nach dem:
"Das Leben sei ein Minenfeld,und ich bin das Lieblingsziel"
Warum?
Eine gute Frage-Menschen die mich nicht kennen,können das sicherlich nicht nachvollziehen.
Doch liegt mir nichts ferner als jetzt hier meine Lebensgeschichte noch einmal nieder zu schreiben.Dies habe ich schon vor Jahren getan.
Aber damit Sie annähernd verstehen warum dieser Satz mein Leitsatz ist,sage ich Ihnen,das mein Leben eher den "schrägen" Weg eingeschlagen hatte.
Seid nunmehr zwei Jahren strampel ich mich in ein neues Leben-eines welches ich nicht kenne,und nichtmal weiss ob es mich überhaupt möchte.
Zeitweise sieht es so aus als seien alle Mühen umsonst.Alles erdenklich schöne was ich mir wünsche geht schief.Oder ich habe abermals eine so lange "Pechsträhne" das ich das ganze Schöne um mich herum nicht mehr sehen kann.
Vor 16 Jahren lernte ich meinen Mann kennen und lieben.Man könnte sagen das ich der Typ Frau bin,der möchte das es seinem Liebsten an nichts fehlt.Auch falsch sicherlich!-Aber die Liebe macht oft Fehler!
Damals war alles schrecklich-wir mussten uns unser Leben ganz neu aufbauen.Raus aus der Lebenskrise,weg von den Drogen,hinein in ein "normales" Leben.
Über viele Wiederstände kämpften wir uns nach vorne-so dachte ich zumindest immer.
Schnell merkte ich jedoch das der Gang und der nie enden wollende Weg der vor uns lag,ganz allein mein Laster war.
Gerd-mein Mann-war zu schwach um diesem Leben was er lebte entgültig den Rücken zu kehren.Das inständige beknien und flehen nahm er zwar wahr,doch war sein Wesen nicht stark genug um "abstinent" desbezüglich den Weg weiter zu gehen.
Immer wieder brach er ein-immer wieder erfand er neue Geschichten um seine Scham zu verstecken.
Ich wußte um seine Not und konnte doch nicht helfen.
Im Gegenteil-schlussendlich trieb ich ihn eigentlich noch weiter in den Abgrund.Denn durch den Versuch im alles von den "Füßen" zu halten,ihn zu entlasten wo ich nur konnte,nahm ich ich ihm das letzte bischen Verantwortung was er noch zu tragen hatte.
Aber konnte ich einem Mann der seine Motorik nicht mehr im stande war zu lenken,allein mit unseren Kindern lassen?Ich denke das wäre keine Alternative gewesen.
Viele Jahre gab ich Chance um Chance,und sah keine Besserung.Das Geld war immer knapp-immer-ich kannte es nicht anders.
Es war als Kind so,da mein Vater alles "vertrank" und nun war es als junge Erwachsene so,da mein Mann alles investierte in die Drogen.
Doch immer wieder sagte ich mir:
"Du hast diesen Mann geheirratet weil Du ihn liebst,Du hast "geschworen" bei ihm zu bleiben bis das der Tod Euch scheidet!"


Für viele Menschen vielleicht nur ein Satz,doch ich nahm diesen sehr ernst.Zumindest so lange mich meine Kräfte nicht verließen.
Nur ist jedem auch bekannt,das eine "Batterie" nicht ewig aufgeladen ist.Meine waren am Ende.

Die Liebe zu ihm flaute ab-er war numehr einfach nur noch als mein drittes Kind zu sehen.Nicht das er mir egal geworden war,nein-ich musste ihn einfach mit beaufsichtigen und tadeln-wie ein Kind!
Mein Versuch Geld zu verdienen mit den mir gegebenen Mitteln endete in einem Viasko.Gut und gerne arbeitete ich oft 18-20 Stdt am Tag.Da es eine sitzende Tätigkeit war,hielten sich die körperlichen Anstrengungen in Grenzen.
Ich kam mir vor wie ein Roboter - die Kinder (wenn ich es schaffte) von dem Kindergarten abholen,einkaufen-essen- Bett fertig machen-und zur Arbeit gehen.
Der Verdienst war sehr gut,und deshalb beschloss ich öfter länger zu bleiben.Nicht weil ich nicht nach Hause wollte-nein-ich wollte endlich auch mal etwas zurück geben.Mir leisten können-etwas von dem "großen" Kuchen abhaben wollen.
Wollte mit den Kinder einkaufen ohne auf jeden Euro zu schauen!
Gerd war außer sich-was ich nachvollziehen kann,doch er brachte immer das Geld "durch"-nur dieses nicht-dies bekam ich "cash" in die Hand.Es kam nicht auf das Konto!

Oft wünschte ich mir,das jemand kam und mich einfach mitnahm.Weg aus diesem ganzen Disaster was mein Leben war.Ich wollte leben-aber nicht so!
In der Endphase unserer Beziehung lernte ich einen anderen Mann kennen.Zu dem Zeitpunkt wußte ich noch nicht ,welche Emotionen und Gefühle dieser Mensch in mir auslösen würde.
Er war ganz anders als Gerd-redegwanter-offener-weltlicher-reifer!Obwohl die beiden nur 3 Jahre trennte von ihrem Altersunterschied.
Er war mir sofort aufgefallen,auch wenn er der Meinung war,das ich ihn nur "locken" wollte für meine damalige Arbeitsstelle(cam).Das war nicht meine Absicht!Es war schön einen Menschen zu treffen der sich nicht "abdichtete" der zu reden wußte,der auch etwas zu erzählen hatte,der nicht einschlief wenn man mit ihm redete.
Als ich damals diese Arbeitsstelle aufgab in einer Nacht und Nebelaktion war ich auf dem Weg zu diesem Mann.Nur was sollte ich ihm sagen?
"Ich möchte bei Dir bleiben!Halt mich fest ich kann nicht mehr-ich ertrag es nicht länger!"
Nein das konnte ich diesem Menschen nicht antun.Er hatte mich erst wenige male gesehen und in dieser doch recht kurzen Zeit alles über mich erzählt bekommen.
Ich wollte mit offenen Karten spielen-außerdem hatte ich großes Vertrauen zu diesem Mann.Irgend etwas sagte mir das ich keine Angst haben mußte und ihm vertrauen kann.Und obgleich mich meine Angst ihn dadurch zu verlieren unter Druck setzte-erfuhr er alles.
Da ich aber von mir aus keine großen Stücke auf mich hielt-immerhin war ich eine völlige Lebensniete bis zu diesem Zeitpunkt-ging ich nicht zu ihm.
Ich bat Gerd um Asyl und um Verzeihung was mein Verhalten anging.Das "Mäxchen" jedoch ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Ich hätte eine Bindung haben können-auch wenn es nur zu 1(!) Kuss und diversen Umarmungen kam.
"Mäxchen" war ein fester Bestandteil meiner kleinen Welt geworden.Doch trennten sich unsere Wege wieder.
Bei Gerd hielt ich es nicht lange aus-diese ständige Konfrontration mit den Drogen und die Ausreden waren mir zuwieder.Aber die Brücken die zu "Mäxchen" reichte wollte ich nicht festigen aus Angst ihn zu verlieren.Er war in meinen Augen ein gestandener Mann.Was konnte er schon von mir erwarten?
Eine kleine gescheiterte Existenz die zwei Kinderchen hatte und sich schrecklich fürchtete vor der Zukunft.
Niemals-so dachte ich-würde ich seinem Anspruch an eine Frau gerecht.
Nur wie war der Anspruch?
Wie ist eine erwachsene Frau?
Vernünftig?Redegewand?Intelligent?Humorvoll?
Einige Eigenschaften besaß ich ja-aber ich war in meinen Augen nicht ausreichend!
Wie sollte ich jemals ein normales und schönes Leben leben,wenn ich mich nicht traute endlich mein Leben in die Hand zu nehmen?
Ich wollte nicht das was ich noch hatte,verlieren!Aus dem Grund schob ich lange alles soweit hinaus bis es nicht mehr ertragbar war.


Der Wunsch das Leben zu verlassen war ständig präsent-nur wie,und wo,und vor allem wann-aber was war dann mit meinem Kindern und den wenigen Menschen die mir was bedeuteten?
Ich war so Lebensmüde,ausgebrannt und leer.Das ich mir damals nichts antat lag lediglich an meinen Kindern und an "Mäxchen".Wenn er das wüßte würde er es mit Sicherheit abstreiten.Er selbst traut sich diese "Macht" im Bezug auf mich nicht zu.
Nur der Gedanke diese Drei nicht mehr sehen zu können,hielt mich Streckenweise über Wasser.
In meinen Tagträumereien war "Mäxchen" immer mein Ritter in der schillernden Rüstung gewesen-der Held der mich vor diesem Leben rettete.
Im Nachhinein und aus heutiger Sicht,ärgere ich mich darüber das ich damals nicht den Mut besaß seinen Weg mit zu gehen.
Durch eine sonderbare Fügung verlor ich beide Männer-Gerd und auch "Mäxchen".Gerd aus og. Gründen,und "Mäxchen" einfach weil er zurück blieb.
Ich lief in die Arme eines jungen Mannes,der das Wort sozial und Hilfsbereitschaft nicht kannte.Er war die Personifizierung des Bösen wenn man so möchte.
Was mich dorthin trieb?
Genau kann ich diese Frage nicht beantworten.Lediglich kann ich sie versuchen zu erklären,und zwar mit meinem erloschenen Lebenswillen.
Die Drohungen für Gewalttaten an meiner Person klangen damals wie Erlösung,auch wenn sie mich frösteln ließen.
In dieser Phase war ich zwiegespalten -gesteuert von zwei Personen.So könnte man es sich vorstellen.
Die eine Seite die noch versucht im Leben zu bestehen,zu kämpfen,und noch nicht bereit ist aufzugeben,und die andere Seite die sagt:"Geh hin und erlöse Dich von Deinem Elend!"
Der Gang zu diesem Menschen war der reine Wunsch nach Erlösung aus dem Sein!
Allerdings trat dies nicht ein!Im Gegenteil,das Myterium nahm seinen Lauf.
Was es bedeutet "hörig" zu sein wußte ich nicht zu diesem Zeitpunkt,jedoch sollte sich mir bald erschließen was es damit auf sich hatte.
Ich war hungrig nach Liebe,Zuwendung,Geborgenheit,Verständnis und Tolleranz im Bezug auf mein bisheriges Leben und meine Person.
Und so erkämpfte ich mir bei diesem Mann jedes nette Wort,jede nette Berührung-einfach um zu sehen das ein Mensch wie ich es war,es auch verdient hatte so etwas zu bekommen.
"Der Herr der Qualen" wußte um meine Not-er hatte gut recherchiert.Und so spielte er eine Karte nach der anderen aus.Ich war der Spielball und konnte nur noch aggieren.
Angst vor Ablehnung,Angst vor Zurückweisung,und schreckliche Angst vor dem alleine sein,bewogen mich dazu das zu tun was er verlangte in jedem Bezug.
Seine schroffe und raue-gewaltätig angehauchte Art und Weise mit mir umzugehen,machten es nicht leichter.Und doch habe ich es 4 Jahre ausgehalten-habe in dieser Zeit zweimal reis aus genommen und bin doch wieder zurück.Warum?
Weil die Beteuerungen und Gelobigungen über Besserungen so wahr klangen!
Und auch hier,in diesen vier Jahren Dunkelheit-Tränen-Selbsthass-Zweifel und Aufgabe,war es "Mäxchen" und war es die Liebe zu meinen Kindern die mich leben ließen.
Aber zu welchem Preis?

Abends wenn "Der Herr der Qualen" schlief,und ich Zeit hatte beim putzen nachzudenken,fragte ich mich womit ich das alles verdient hatte.Ich war vielleicht kein perfekter Mensch und habe sicherlich auch Fehler in meinem Leben begangen,aber war das ein Grund dafür mich so leiden zu lassen?
Die Worte meines Therapeuten drangen an mein inneres Ohr.
Er war der Aufassung das Menschen wie ich -die so eine Kindheit verlebt hatten,sich immer in solche "Versager" und "gewalttätigen" Menschen verlieben,oder zumindest mit diesen eine Bindung eingehen.Warum?
Weil ihnen dieses Verhalten "bekannt" und "vertraut" ist!
Super-war es also mein Schicksal fortwährend ein solches Leben zu führen?Und wenn ich diesem Muster entsprach wie mein Arzt sagte,woher kamen dann diese Empfindungen für "Mäxchen"?
Er war nicht gewaltätig,aggressive oder gar irgendeiner Sucht verfallen.Nein er war ein ganz normaler Mensch.
Immer häufiger stellte ich mir die Frage warum er nicht sah wie schlecht es mir ging-warum er nicht kam und mich befreite.Aber wie sollte er es wissen wenn ich alles daran setzte eine Fassade aufrecht zu halten die nicht bröseln durfte?


Treffen die er wollte schob ich weit hinaus-aus Angst und aus Scham.Ich hatte viele Kilos zugenommen aus Frustration über meine Misere.Er hatte mich aber nicht so dick in Erinnerung,und das sollte er auch niemals sehen.
Ich war so entsetzlich verzweifelt,war lebenshungrig aber zu schwach um danach zu greifen.Es kam auch niemand um mich dort zu befreien-es lag an mir dies "Liebe" zu "Herr der Qualen" zu beenden.
Die dritte-...wenn man es genau betrachtete die zweite.Dieses winzig kleine "Glück" was nur für einen Moment aufkeimte mit "Mäxchen" konnte man als "Liebesbindung" nicht betiteln.
In meinem Kopf zwar immer ausgelebt aber in der Realtität aus Angst verdrängt.

In der Klinik,die ein paar Wochen mein Zuhause sein sollte,konnte ich weiter grübeln.
Den Klinikaufenthalt bekam ich auf Grund meines akut gefährdeten Zustandes.Ich hatte beabsichtigt meine eigene Wohnung mit samt "Herrn Qual" zu verbrennen.Da dies aber nicht mein Naturell ist,richtete ich den ganzen Hass und Schmerz den ich seid so langer Zeit in mir trug gegen mich selber.Warum konnte ich diese "Liebe" die ich wollte nicht einfach haben?Warum wiedersetzte sie sich meinen Fängen.War ich es nicht wert genug?Hatte ich es nicht ein klein wenig verdient?
Der Mann der für dieses "Unterfangen" in Frage kam,war mein engster Vertrauter,und sollte in meinen Augen zumindest in der Realtität nie diesen Platz einnehmen.Zu groß war meine Angst ihn durch ein scheitern dieser Bindung zu verlieren.Ich konnte den Gedanken nicht ertragen das er mich nicht mehr mögen würde.
Und so beschlich mich der Gedanke,das ich für immer allein sein werde.Ich hatte nicht die Kraft und auch nicht den nötigen Elan andere männliche Personen ins Auge zu fassen.Wenn das Herz liebt,dann sieht es keine anderen potentiellen "Bewerber"
Diese ganze Zeit über - all die Jahre hatte ich nur meine Erinnerungen an "Mäxchen" und seine Stimme im Ohr.Er fehlte mir so,und gleichtzeitig sollte er weit weg bleiben.Immer diese Angst im Nacken.Angst nicht zu genügen!
Durch einen jahrelangen Freund bekam ich eine Wohnung in der Stadt in der ich mein halbes Leben verbracht hatte.Endlich konnte ich mich selbst entfalten-so dachte ich.Ich hätte vielleicht auch "Mäxchen" einladen können.
Aber nicht in diese Wohnung.Sie hatte nichts-eine Couch-ein Tisch-ein Fernseher.In der Küche ein Stuhl ein Tisch sonst nichts.Spartanisch!Kein wirkliches Wohlfühlambiente!
Das erste Treffen nach all der Zeit fand in der Stadt statt.Mittlerweile konnte ich mich auch wieder sehen lassen-so hatte ich ungefähr das Gewicht welches er zuletzt gesehen hatte-erreicht!
Es war mir unangenehm das er meine Narben die ich mir selbst zugefügt hatte aus Schmerz und Leid,an meinen Unterarmen sah.Jedoch besaß er soviel Anstand und stellte keine Fragen oder äußerte sich dazu.
Liebevoll und voller Besorgnis nahm er meine Hände!Es tat ihm leid was alles passiert war-nur er konnte doch nichts dafür.Das ich allerdings noch "weilte" war eine Erleichterung.
Was mich schmerzte war das er eine neue Frau hatte-schon seid Jahren.Die Brücken dahingehend waren abgebrochen.Auf der einen Seite beruhigend auf der anderen Seite war es traurig für mich.So würde er doch niemals mein sein können.Oder vielleicht doch?Im hohen Alter?Auch dann würde ich ihn noch lieben-das wußte ich!
Durch meine Krankheit allerdings fragte ich mich,ob es nicht vielleicht einfach nur eine Art Idealisierung war.Immerhin schien er alles für mich zu sein.Aber eine Idealisierung schloß ich aus-immerhin sah ich doch auch Fehler bei ihm.Er war nicht perfekt-aber fast!
Der Kontakt wurde häufiger was ich sehr schön fand,aber auf der anderen Seite fühlte ich mich schlecht.Er bemühte sich das es mir besser ging,und bei ihm brach gerade all das zusammen was er sich aufgebaut hatte.Die "Liebe" mit seiner Partnerin war alles andere als prikelnd-es lief auf eine Trennung hinaus,und doch war er für mich da.Ich versuchte so gut es mir möglich war auch ihm eine Stütze zu sein.War Tag und Nacht für ihn erreichbar und auch zur Not greifbar für einen Kaffee und einen Plausch.
Endlich hatte ich die Möglichkeit ihm etwas von der Kraft die er mir die Jahre zukommen ließ durch Emails ,wieder zu geben.
Eines Abends-er war in meiner Stadt unterwegs,rief er an und fragte ob ich noch etwas trinken wollte mit ihm.Eigentlich hatte ich mich schon mit meinem Schlafanzug in mein Bett gelegen und war gerade dabei das Licht zu löschen.Aber ich sagte zu und huschte in meine Anziehsachen.Es war ein sehr netter Abend-eine sehr nette Nacht.Zum Abschluß dieses Treffens beschlossen wir noch einen "Absacker" bei mir zu trinken.Eine wirklich gute Idee,fand ich!


Bei einem kühlen Desperados lasen wir zusammen mein Tagebuch.Mit einem verschämten Lächeln stellte ich fest wie oft er in diesem vertreten war.Wie oft ich ihn erwähnte,und wie oft er meine Stimmung aufhellte.
Wir saßen uns gegenüber und er nahm meine Hände.Ganz zärtlich streichelte er sie und guckte mir in meine Augen.
Es hat so gut getan-so unendlich gut,eine so von Herzen ehrliche Berühung zu bekommen.Ich war so unsicher weil ich nicht genau wußte was ich jetzt tun sollte.Auf der einen Seite wollte ich das es weiter geht und niemals endet,und auf der anderen Seite saß das kleine Engelchen auf meiner Schulter welches sagte" Mach es nicht-es ist nicht richtig!"
Gewonnen hat aber mein Verlangen nach Leben-nach Empfindung,nach diesen Berührungen nach denen ich mich schon seid Jahren sehnte die ich aber nie ausgesprochen hatte.Jetzt war der Moment gekommen.
Diese Stunden die nun folgten blieben bis heute unvergessen für mich.Soviel Behutsamkeit im Umgang mit meiner Person hab ich bis dahin nicht gekannt.Und wenn ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht schon Hals über Kopf in diesen Mann verliebt gewesen wäre,wäre ich es spätestens dann gewesen.
Was er allerdings damit losgetreten hatte wußte er noch nicht.Diese Nacht hat meinen unstillbaren Hunger nach Leben noch größer werden lassen.Und ich hatte gesehen das ich sehr wohl eine Person bin der man auch "Liebe" schenken kann.
Ich wollte mehr von dieser "Droge" die Zuwendung und Geben hieß.Endlich war nicht nur ich die Person die gab-sondern auch einmal die die empfangen durfte.
 Mir war natürlich bewußt das dieses "Glück" nur eine Täuschung war,immerhin oder genauer gesagt leider war dieser Mann in (noch) festen Händen.
Meine Gefühle fuhren Achterbahn und er merkte dies.Was er dann sagte via Email hat mich fast ersticken lassen:
"Auch wenn ich weiss das es Dir jetzt schlecht geht und Dir die Decke auf den Kopf fällt ich werde nicht kommen!"
Natürlich wäre er gekommen wenn es mir wirklich schlecht gegangen wäre,aber dieser Satz tat sehr weh.
Auf Grund dieser Aussage schrieb ich einen bitteren virtuellen Brief zurück.Es war so entsetzlich für mich das er sich mir entzog und ich aber nach dieser Nähe Wärme und Geborgenheit fischte.
Wie konnte er mir das antun?
Hatte ich mich vielleicht doch nur getäuscht?
Er hatte ja das was er haben wollte-so dachte ich!
Unfair ihm gegenüber,aber ich machte meinem Ärger und meiner Traurigkeit darüber Luft-schrieb ihm wie ich empfand und hoffte darauf ihn damit nicht zu verlieren.
Hatte ich schlussendlich doch alles mit diesem einen wundervollen Abend zerstört?Und das ,wo wir noch nicht mal zusammen waren?Das durfte und konnte doch nicht sein!

Sollte ich mich wirklich so geirrt in ihm haben?
Das einzige was ich nun noch hatte war Emailkontakt,aber das durfte doch nicht alles sein-war es aber.
Wieder einmal spiegelte sich mein selbstgemachtes Bild von mir selber in mir wieder.Ich war es eben nicht wert.Ich war nur gut genug um diverse Lücken und Bedürfnisse zu füllen.So jedenfalls kam ich mir jetzt vor.
Warum musste ich das schon wieder erleben?Gab es denn nicht einmal in meinem Leben ein klein wenig was mir bleiben durfte?
Anscheinend nicht.
Des Ganzen überdrüssig beschloß ich meinem Leben ein Ende zu bereiten.Fort von Schmerz und Leid für mich und fern von Sorge und genervt sein der anderen.
Ja ich empfand mich als Last für meine Umwelt.Wirklich mit mir beschäftigen wollte sich doch niemand.ich war zu kompliziert zu impulsive,zu "komisch" und "gestört".Etwas vernünftiges konnte man mit mir doch nicht anfangen.
Es war allerdings nicht leicht diesen Endschluß auch auszuführen,denn wenn ich Frau genug war dies umzusetzen,würde ich "Mäxchen" und meine Kinder nie wieder sehen.Ich wäre wirklich weg-für immer!
Von allen Seiten torpedierten sie mein Schiff in dem ich saß und welches dabei war zu versinken.
Jeder hatte etwas an meiner Person auszusetzen-meine Familie gab mir keinen Rückhalt,meinen jahrelangen guten Freund und Nachbarn wollte ich damit nicht behelligen,und mit "Mäxchen" konnte ich nicht sprechen.



Diese eine Nacht hatte mir nicht nur die mir wichtigste Person genommen,sondern auch meine einzigst wirkliche Vertrauensperson.
Leider war ich nicht in der Lage diesen inneren Druck der so stark wurde,weiter zu kontrollieren.Und so geschah es das ich mich in schon fast regelmässigen Abständen massiv verletzte.Die Ärzte in der Notaufnahme kannten meinen Namen und mich schon.
All dies jedoch war mir egal-ich hatte meine zweite Liebe verloren.
Weil sich mein Zustand nicht bessern wollte und zusehenst immer schlechter wurde gab es nur eine Option die wirklich in Frage kam-die Klinik!
Krisenintervention!

Ich wollte nur meine Ruhe haben,niemanden sehen geschweige denn sprechen.Ich hatte Angst vor den Menschen-immer diese Erwartungshaltung in ihren Augen.Wie soll jemand dem auf Dauer gerecht werden?Aber ich wollte es ja ,damit man meine Person gern hat,damit ich nicht allein zurück bleibe.
Die geschüzte Station auf der ich mich befand kristalisierte sich schnell als "falsche" Unterbringung für mich heraus.Ich hatte kein Suchtproblem und war auch eigentlich nicht so gefährdet als das man mich in die "geschüzte" Station stecken müssen.
Wirklich etwas daran ändern konnte ich nicht.Es war Wochenende und die dafür zuständigen Ärzte waren alle zu Hause.
Super-auf einer nicht für mich qualifizierten Station verbrachte ich somit mein Wochende hier unter den ganzen "Süchtels"
Da ich mitten in der Nacht angekommen war und nun beim Frühstück die Gelegenheit hatte die anderen Mitpatienten zu begutachten,ließ ich mir damit Zeit.
Es schien als sei nicht einer darunter mit dem man annähernd etwas hätte reden können.Alles nur Menschen die ich im alltäglichen Leben noch nicht mal groß bemerken würde,einfach aus dem Grund weil sie nicht der Typ Mensch sind mit denen ich mich sonst umgebe.
Und wie ich so da sitze,mir alle zusammen anschaue,kommen zwei Männer in den Speiseraum herein-verschlafen-aber gut gelaunt!
Der eine von ihnen war Ende vierzig,adrett,sauber,und zuvorkommend.das Gesamtbild passte.Der jüngere lag wohl eher bei Anfang zwanzig.Groß gewachsen,ein Lockenkopf sondergleichens-man könnte fast sagen das er einen Afro trug-gut gelaunt-offen-laut-flachsig!
Wie die beiden sich nun so setzten und anfangen ihr Frühstück zusammen zustellen,komme ich nicht drum herum festzustellen das es mehr oder minder diese Beiden sind,die die Station so ein wenig "aufhellen".Denn mit einmal lebte der Speisesaal.

Nach dem Frühstück und der Morgenrunde,fragte mich der lustige zwanziger-wir nennen ihn mal Locke-ob ich nicht Lust hätte Tischtennis zu spielen.
Natürlich-warum nicht-besser als sich darüber Gedanken zu machen alles verloren zu haben und nie etwas zu erreichen im Leben.
"Locke" schaffte es ,was "Mäxchen" der Arzt -mein Nachbar und all meine Bekannten nicht geschafft hatten.Er brachte mich zum lachen!
Ich weiß gar nicht mehr wann ich das letzte mal so herzlich habe lachen können.Mir kamen die Tränen und ich hätte mich sogar beinhae eingenässt-es tat gut ,auch wenn ich es direkt hinterfragte,und es als "überdrehtes" nicht echtes Lachen abstempelte.
Als ich zu meinem Arzt herein musste und ihm erzählte wie es mir ging und was ich so von meinem jetzigen Leben hielt,wurde mir wieder ganz schwer um´s Herz.
Doch er versucht mich zu beruhigen und bat mich ,mir ersteinmal Ruhe zu gönnen.
Nur was sollte Ruhe an meiner Situation ändern?
Aber er war der Arzt also hörte man auf ihn!
Die einzigst wirklichen Highlights waren die sperrlichen gesähten Besuche von "Mäxchen".Danach ging es mir immer eine Weile besser.
Es war in meinen Augen aber nicht richtig meine Stimmung nach diesem einen Mann auszurichten.Es konnte nicht angehen,das ich mich nur gut fühlte wenn ich ein Lebenzeichen von ihm hörte.
All diese wirren und nicht zu ordnenden Gedanken brachten mich fast um den Verstand.Für ein bischen mehr Ordnung sorgte mein Plan mich mit malen und Musik hören zu beschäftigen.
Die andere restliche Zeit die ich keinen Besuch über hatte,verbrachte ich damit,"Uno" mit "Locke" und "Karl" zu spielen.



Nach fast einer Woche hatte es sich so eingebürgert das wir drei zusammen an einem Tisch saßen-zusammen aßen-und danach zusammen Musik hörten-redeten und "Uno" spielten.Den ganzen Tag im Raucherraum.
Ich erzählte so gut wie nichts-lauschte eher den Erzählungen von "Karl" und "Locke"-tief in mir drin jedoch war ich bei "Mäxchen"-seine Stimme fehlte mir-seine Brührung-einfach seine Anwesenheit.
Jammern jedoch kam für mich nicht in Frage-so wollte ich doch keinem zur Last fallen.Gejammert wurde lediglich in meinem Kopf.
Die einzigen Beiträge die ich an Gesprächstoff zusteuerte betrafen diverse Erfahrungen im Umgang mit Suchmitteln.Ich musste einfach hier und da etwas klarstellen,weil ich diverse Aussagen so nicht stehen lassen konnte.
"Karl","Locke" und ich wurden ein eingefleischtes Team-wir waren die Stimmungspille der Station.Lustig oder?Und das wobei es uns selbst nicht gut ging!Die treibende Kraft allerdings in unserem Gespann war Jüngling "Locke"
Endlich war es an der Zeit das "Mäxchen" mich besuchen kam.Ein riesen Highlight hier und eine riesige "gute-Laune"-Pille für mich.
Er war arg gestresst und war sich nicht wirklich sicher ob er die Entscheidung die er vorhatte -richtig gewählt war.
In meiner kleinen Stadt in der ich lebte,beschloß auch er wieder Fuß zu fassen-hatte Besichtigungstermine-hatte auch schon ein oder zwei Wohnungen gesehen.
Herrlich-er war also in umittelbarer Nähe für mich-man konnte sich wenn man es wollte(was bei mir ohne jeden Zweifel so war)öfter sehen.
Ich genoß die Spaziergänge durch die Parkanlage des Klinikgeländes.Sitzen auf der Bank-reden-schweigen-und wieder spazieren gehen.
Die Spaziergänge waren nicht immer schweigsam und harmonisch-es gab auch impulsive oder gar aggressive durchgehende Spaziergänge,aber auch die habe ich mehr oder minder genoßen.
Ich mußte mich das erste mal in meinem Leben nicht verstellen-zumindest nicht wirklich.Ich durfte mal so sein wie ich war in der jeweiligen Situation.Mußte nicht lieb sein,obwohl ich eigentlich absolut sauer war.Ich konnte es hier und jetzt ausleben-im Beisein von "Mäxchen"
Lange waren die Spaziergänge nie da ich nur Ausgang mit Begleitung hatte.Und er-leider-immer recht kurz angebunden war.
Doch auch hier beklage ich mich nicht-über jeden seiner Besuche freute ich mich-egal wie lang sie waren.
Man könnte sagen das ich tagelang daran gezeehrt habe.Ob ihm das bewußt war?Nein-davon gehe ich mal nicht aus.Er wußte wohl das er mir Gutes zukommen ließ mit seiner Anwesenheit.Aber in welchem Maße wird er nicht gewußt haben.
Ich war ja so ein Esel,das ich nie wirklich das gesagt habe was ich gedacht hab.
Hatte Angst ihn damit in die Flucht zu schlagen-also "lieb" sein,schweigen,genießen-und von zeehren.
"Löckchen" und "Karl" hatten recht viel Mühe mich aufzumuntern wenn "Mäxchen" gerade weg war-jedoch schafften sie es immer nach einer Weile.

Es war wieder ein "super toller" Tag in der Klinik und ich war damit beschäftigt,"Locke" den Kopf glatt zu rasieren.Das fühlte sich wahnsinnig gut an.Beim "verschönern" seines Kopfes saß er oben ohne da,was bei mir wiederum eine Art "Gewitter" aulöste im Kopf.
Millionen von Gedanken mit "Mäxchen" durchfuhren mich-zwecklos-was sollte ich schon machen können hier in der Klinik?
Weit weg von ihm-keine körperliche Nähe-und wenn nicht diese!
Ihm tat sein Nacken weh,also bot ich ihm an ihn zu massieren.Ich kann das bestimmt nicht super,und gelernt habe ich das auch nicht,aber es sollte reichen um ihm seine Schmerzen zu lindern.
Nach der Nassrasur des Kopfes ,cremte ich diesen noch ein,danach ging es ab in unser so beliebtes Raucherzimmer.
Mir entging es nicht das wir alle Blicke auf uns zogen-er saß ja da oben ohne-und ich legte meinen Fingerschmuck ab-zog meine Stulpen aus,und schmierte mir eine große Portion Creme in die Hände.
Ich konnte in den Augen der anderen lesen das sie in diesem Moment schrecklich neidisch waren auf "Löckchen".
Zugegeben-hätte ich ihm gegenüber gesessen und eine Massage bekommen wäre ich auch neidisch gewesen.
Meinen Rücken durfte aber nur einer massieren-genau- "Mäxchen",stets darauf bedacht und auch darauf achtend das mich niemand so "nah" anfasst
Was die anderen sagten als ich mein Werk vollbrachte bekam ich eigentlich nicht wirklich mit.
Im Gedanken schaltete ich ab und projezierte mir "Mäxchen" vor mich.
Das ich dadurch mit einer solchen Hingabe den Rücken von "Locke" massierte war mir nicht bewußt-wie auch wenn man gedanklich ganz wo anders ist.
Seiner Verspannung jedenfalls ging es danach besser!
Den resttag spielten wir wie immer  "Uno"-sehr ausgefallen-aber es war schon eingebaut in unserer Tagesstruktur.In so fern man hier überhaupt eine Tagesstruktur haben konnte.

Wenn ich Ruhe wollte malte ich wieder und dachte viel nach.Denken ist vielleicht n icht gerade meine Stärke,aber man kann viele gute Erkenntnisse gewinnen wenn man sich bemüht.
Und so saß ich da -dachte über meine Zukunft nach,und was sie wohl noch bringen würde.
ich bemerkte aber auch das ich sehr fixiert war und in gewisser Weise angewiesen auf bestimmte Personen.Ich schien diese zu brauchen um in meinem Alltag zu bestehen.
"Locke" und auch "karl" gehörten sicherlich dazu.Nicht weil ich mich in sie "verguckt" hatte-nein-eher weil sie mir ein "Leidfaden" waren.ich konnte mich an ihnen orientieren.Sie fingen mich auf wenn ich weiter abzurutschen drohte.
"Karl" hatte immer ein offenes Ohr-in jedem Belang von mir.Zwar nicht immer einen Rat,was ich mir manchmal gewünscht hätte,aber ein offenes Ohr zu jeder Zeit.
Der Tag seiner Entlassung rückte näher was mich sehr traurig stimmte-eine weitere Person mit der ich viel Zeit verbrachte -verschwand wieder aus meiner Welt.
Oft hatte ich mich lustig über die Leute im Fernsehen gemacht die weinten wenn andere sich verabschieden mussten,wie z.b. bei Big Brother.
Doch ich verstand warum sie weinten.Man hatte sich an die Person gewöhnt-Trauer und Wut-Leid und Freude geteilt.Man wohnte ja ziemlich lange eng auf einer kleinen Fläche zusammen.
Bei "Karl´s" Abschied mußte ich zwar nicht weinen,aber es machte mich sehr traurig.Er versprach zwar auch wieder wieder zu kommen zu Besuch,nur was diese Versprechen wert waren wußte ich auch.Er würde nicht wieder kommen-das war halt so!
Jetzt blieb mir nur noch "Locke" als Bezugs" und "Anker"-Punkt auf dieser Station.
Durch dieses enge "Zusammenhängen" ist mir nicht aufgefallen,das sich bei "Locke" etwas gefühlsmässig getan hatte.Er hatte sich in mich verliebt-so schien es!
er war mir auch nicht wirklich egal-aber Liebe?Nein nicht wirklich!

-Fortsetzung folgt-